Rückblick auf das Sommerprogramm
Das Sommerprogramm begann mit einem Fehlstart: kaum war es gedruckt, kam die Absage eines Gastronomen, mit dem wir mehrere Veranstaltungen geplant hatten. Es musste schnell für Ersatz gesorgt werden, was auch gelang. Die Umstellung hatte jedoch zur Folge, dass die degustazione nicht zustande kam, da sich der Charakter durch den Ortswechsel geändert hatte. Wir hoffen, dass uns solches nicht erneut widerfährt, denn es gehören schon italienische Improvisationskünste dazu, derartige Lücken zu stopfen.Dennoch kam ein vielfältiges Angebot zustande, dass viele Mitglieder und Gäste annahmen,
um ein wenig italienische Lebensart nach Braunschweig zu transportieren.
Die allererste Veranstaltung des Sommerprogramms lag eigentlich noch im Winter. Im Februar waren wir mit einer Lesung des Lehrers und ehemaligen Schulreferenten des italienischen Generalkonsulats in Hannover, Antonio Umberto Riccò, in der Universitätsbibliothek zu Gast. Der Mitbegründer der Deutsch-Italienischen Gesamtschule in Wolfsburg hat bereits mehrere Romane geschrieben, darunter Biscotti al cardamomo und Tariq‘s Auftrag, die er an diesem Abend vorstellte. Mit großer Leidenschaft erzählte er von Tariq‘s Flucht aus Afghanistan; über Persien erreichte er schließlich Italien und verließ nach einer gefährlichen Fahrt unterhalb eines Lastwagens bei strömendem Regen in Bozen sein Versteck. Hier fand er Menschen, die
ihm halfen, zur Schule schickten und seinen Aufenthalt in Italien erkämpften. Riccòs Engagement spürte man in jedem Wort. Es war ein fesselnder Abend.
Unser Kochkurs im Ristorante La Grappa war der zweite Programmpunkt. Er stand im Zeichen des Piemont. Signor Murè zeigte uns, wie man ein vitello tonnato im Piemont zubereitet. Als zweiten Gang stellte er - mit unserer Hilfe und von unserer neugierigen Aufmerksamkeit verfolgt - Maltagliati con salsa d‘anatra e funghi porcini her; die Schlechtgeschnittenen waren köstlich, von Ente und Steinpilzen ganz zu schweigen. Der Brasato al Barolo mit süßsauren Zwiebeln und Mandelpolenta stand als secondo piatto auf dem Lehr- und Speiseplan; er wurde butterzart. Das Menü gipfelte in Rotweinbirnen, die von einer Kugel Vanilleeis begleitet wurden und mit Kiwi- und Erdbeerspiegel die Farben Italiens auf den Teller brachten. Es war ein köstliches und reichhaltiges Essen, dessen Zubereitung uns manchen Kniff lehrte.
Die Treffen zur Tavola rotonda sind weiterhin sehr beliebt und meist gut besucht von immer anderen Mitgliedern, manchmal auch von an der DIKG Interessierten, die ersten Kontakt aufnehmen wollen. Dazu passt die nette Atmosphäre der Osteria wie auch das ansprechende Angebot an Speisen und Weinen.
Im März trafen wir uns zu unsere Mitgliederversammlung, die wir mit einem Abendessen im Al Duomo begannen. Es standen in diesem Jahr nur die Rechenschaftsberichtean, die wohl zur Zufriedenheit der Anwesenden ausfielen, da der Vorstand entlastet wurde.
Es wurde jedoch nachdrücklich auf den Wunsch nach einer weiteren Italienreise hingewiesen. Diesen Wunsch hat sich der Vorstand sehr zu Herzen genommen
Das diesjährige Sommerfest konnte wie geplant stattfinden - das Wetter wurde erst schlechter, als wir auf der Oker schipperten. Leider hatte es Missverständnisse
mit dem Abfahrtsort gegeben, so dass nicht alle an Bord gekommen waren. Hier aber war die Stimmung gut, der Floßführer wußte Einiges von der Umgebung zu berichten, erwähnte auch seltene Bäume oder erzählte einige Anekdötchen. Der Wein und die Snacks gaben uns die Kraft, dem leichten Nieselregen zu widerstehen. Trotz des Wetters war die Fahrt gelungen, denn Braunschweig sieht vom Wasser doch ganz anders aus! Weiter ging es im Ristorante All‘Atrio mit Musik der Gruppe U carrettu, die so richtig einheizten. Sie sorgten für eine wunder-
b
are Stimmung; eine Unterhaltung war nicht möglich, aber wir wollten ja unterhalten werden!Stärken konnte man sich zwischendurch am Kalten Buffet, an dem die Hungrigen vorbeidefilierten
und kräftig zulangten, solange der
Vorrat reichte. Das Fazit war, dass das Wetter nicht wirklich sommerlich, aber besser als im vergangenen Jahr war, das Fest selbst aber stimmungsmäßig dem letztjährigen nicht nachstand.
Kunst & Cappuccino führte uns nach Königslutter, wo uns unser Mitglied Dr. Norbert Funke auf spannende Weise auf die Fährte des Erbauers setzte. Mehr verraten wird nicht! Ein Besuch des Doms, der mit Mitteln der Stitung Braunschweiger Kulturbesitz saniert worden ist, lohnt immer!